ENCYMO
Europäisches Netzwerk für Aktivpatenschaften
Was sind Aktivpatenschaften für Kinder und Jugendliche?
Anwort:  .Das Geben von Zeit für ein Kind aus der Nachbarschaft.


1. Wozu Aktipatenschaften ?
2. Wer sind die Aktivpaten ?
3. Was motiviert die Aktivpaten?
4. Wer sind die Patenkinder ?
5. Wie läuft eine Aktivpatenschaft ab ?
6. Fazit

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: "Es bedarf eines ganzen Dorfes um ein Kind zu erziehen". Ob das nur für Afrika gilt ?
Natürlich gibt es bei uns auch noch spontane und informelle  Patenschaften, vor allem auf dem Land. Aber die zunehmende Anonymität dort und erst recht in der Stadt lässt solche Ansätze mehr und mehr verkümmern.
Andererseits wächst der Bedarf an zuverlässigen und langfristigen Paten in dem Masse wie das moderne Familienleben kurzlebiger und komplizierter wird.
Daher der Trend,  ehrenamtliche Paten für Kinder zu finden, die  selbst den Wunsch danach äussern und sonst niemand finden würden.

Wozu Aktivpatenschaften ?

Patenschaften haben im Grunde immer das Ziel, mitzuhelfen, dass aus einem jungen Menschen ein zufriedener und verantwortungsvoller Bürger wird. Es gibt besondere Patenschaftsvarianten, bei denen bestimmte, mehr kurzfristige Teilaspekte im Vordergrund stehen. Dazu gehören die Familienpatenschaften, die schulorientierten Patenschaften und die Jobpatenschaften.
Bei den Familienpatenschaften kümmert sich die Patin um eine junge Familie mit Kindern, in der auch die Eltern praktische Ratschläge und moralische Unterstützung brauchen. Bei den schulorientierten Patenschaften handelt es sich um Hausaufgabenhilfe oder sonstige Unterstützung für das Leben in der Schule. Bei den Jobpatenschaften kümmern sich eine Patin  oder ein  Pate um eine(n) ältere(n)  Schüler(in) mit dem Ziel den Schulabschluss zu schaffen und den ersten Job zu finden und zu behalten.  In der Praxis lassen sich diese Formen nicht immer genau voneinander abgrenzen, Das ists auch nicht nötig. Die in der Liste mit Kontaktdaten verwendeten Kategorienummern 1-4 sind daher nur ein grober Anhaltspunkt.


Wer sind die Aktivpaten?

In anderen Zeiten und anderen Kulturen hatten und haben ehrenamtliche Paten wenig Probleme mit Alltags- und Berufsstress, Zeitknappheit, zu grossem Unterhaltungsangebot und ähnlichen Segnungen unserer Moderne. Wer bei uns heute ehrenamtlicher Pate wird, muss sich mit solchen Problemen schon auseinandersetzen. Dennoch gibt es solche Paten, und es werden sogar mehr.  Sie kommen aus allen Gesellschafts- und Altersklassen: Studenten, Unverheiratete, Verheiratete mit und ohne Kinder, und vor allem auch rüstige Rentner. Letztere sind besonders in Deutschland sehr aktiv und unter dem Namen Leihomas, Leihopas, Leihgrosseltern, Patenomas, Patenopas, Patengrosseltern, Wahlomas, Wahlopas oder Wahlgrosseltern bekannt. Es gibt aber auch immer mehr jüngere Aktivpaten, nur haben die noch keinen allgemein bekannten Namen. Wahltante und Wahlonkel wäre wohl das beste. 

Was motiviert die Aktivpaten?

Eigene Lebenserfahrung und Jugenderinnerungen (gute oder schlechte)  sind wohl die wichtigsten Motivatoren. Wer einmal selbst erfahren hat, wie wichtig das Vorbild eines verantwortungsvollen Erwachsenen für die persönliche Entwicklung eines Kindes werden kann, wird dem Gedanken der Patenschaft sehr offen gegenüber stehen. Hinzu kommt das Abenteuer, die Welt nocheinmal mit den Augen eines Kindes zu entdecken und zu erleben. Eine Patenschaft soll kein Opfergang sein. Sie muss Spass machen, zumindest meistens. Sie kann sogar zu der Einsicht führen, dass man so ganz nebenbei noch etwas für eine menschlichere und freundlichere Gesellschaft tut. 

Wer sind die Patenkinder?

Sie sind zwischen 0 und 25 Jahre alt, also Kinder und Jugendliche. Viele stammen aus Einelternfamilien oder aus Kleinfamilien mit wenig Kontakt zu Verwandten und Nachbarn. Manche kommen auch aus sehr grossen Familien, in denen wenig Platz für den Einzelnen ist. Manche wohnen in Heimen.

Sie alle haben den Wunsch, zuverlässige Erwachsene zu kennen, die ihnen zuhören können, auf ihre Wünsche und Probleme ausserhalb des materiellen Bereichs eingehen können, und das Leben mit ihnen entdecken können, ohne Programm und Bedingungen. Die Kinder finden das im gemeinsamen Spiel und Sport und die Jugendlichen in gemeinsamen Hobbies, Gesprächen und eventuell auch in der gemeinsamen Suche nach einer ersten Arbeitsstelle.

Manchmal fällt es den Patenkindern schwer, ihre Interessen zu formulieren. Einen verständnisvollen Paten wird das nicht stören. Er weiss, wie wichtig Geduld ist. Letztenendes geht es immer darum, dem Patenkind zu helfen, sein Selbstwertgefühl und sein Vertrauen in andere zu stärken.

Wie läuft eine Aktivpatenschaft ab?

In den wenigen Stunden pro Woche, die normalerweise
dem Paten und seinem Anvertrauten zur Verfügung stehen, entscheidet am besten der Juniorpartner, was gemeinsam zu unternehmen ist, auch wenn dabei Hausaufgaben nicht unbedingt die grösste Priorität haben.
Der Pate wird auch seine eigenen Vorschläge machen, wenn das gewünscht ist oder es ihm angebracht erscheint.

Fazit:

Wenn Sie als Erziehungsberechtigter, Jugendhelfer, Patenkandidat oder  als Sponsor an Jugendpatenschaften interessiert sind, schauen Sie sich bitte die Liste der deutschen Patenschaftsorganisationen von ENCYMO an, und wenden Sie sich direkt an die nächstgelegene. Besondere Hinweise für Patenkandidaten gibt es auf der Seite "Wie werde ich Aktivpate?".

letzte Änderung dieser Seite: 26/6/2008